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TROTOAR: No Salvation

Wenn Linnea und Pontus nicht bei TYRANEX knackigen Thrash Metal kredenzen, rocken sie zusammen bei TROTOAR. Das Debüt “No Salvation” ist ordentlich produziert und Gedanken an Retro Rock-Bands wie V.O.J.D., COBRA CULT, RISE AND SHINE oder MÄRVEL kommen unweigerlich auf. Auch TROTOAR musizieren kompetent und setzen in Sachen Vocals auf Linneas Stimme. 

Kann sich noch jemand an WARLOCK erinnern?

Wie andere Retro-Truppen muss sich TROTOAR zwangsläufig mit alten Idolen messen lassen – aber auch mit der Gegenwart. Hier fällt auf, dass TROTOAR ihr Thrash-Doppelleben nicht ganz verheimlichen können. Sie musizieren einen Tick schneller, einen Tick aggressiver – und man merkt, dass sie besonders im Gitarrenbereich das Gaspedal bewusst nicht ganz runterdrücken. Neben dem gelungenen Opener überzeugt besonders “Hunger of the wolf”, das rockiger ausfällt und definitiv Doro Pesch-Vibes versprüht. Wer jetzt an bange Zeiten moralischer Dilemmas denkt – das RTL-Programm führt schliesslich generell zu peinigenden Fremdschämmomenten – sei beruhigt: TROTOAR schwelgen lieber in ehrlicher WARLOCK-Nostalgie. Dazu noch eine Prise HUNTRESS und “No Salvation” trifft ins Schwarze.

Schmankerl für Rockfans

“No Salvation” erweist sich als kompaktes Schmankerl in Sachen Retrorock. Geradeaus, ehrlich, echt – TROTOAR rocken ohne Firlefanz und verleiten gar zum Mitsummen… Cooles Teil!

Veröffentlichungsdatum: 08.05.2020

Spieldauer: 43:00

Label: GMR Music Group

Website: https://www.facebook.com/trotoarswe/

Line Up
Linnea Landstedt (TYRANEX) – Vocals, Gitarren, Bass
Pontus (TYRANEX) – Drums

Trackliste
1. No Salvation
2. Far away from home
3. Demons in your mind
4. Hunger of the wolf
5. Don`t let me bleed
6. Tomorrow
7. Shining star
8. On my own
9. Elusive dreams
10. Unbound

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GOJIRA: neue Single „Another World“

GOJIRA haben eine neue Digital-Single namens „Another World” geteilt. Den Track ist gibt’s bei Streaming-Plattformen, außerdem haben die Franzosen ein animiertes Video zu „Another World“ bei YouTube veröffentlicht.

GOJIRA-Sänger/Gitarrist und Produzent Joe Duplantier sagt über „Another World“: “ Wir freuen uns, euch einen neuen Song präsentieren zu können. Ferdinand Magellan hat einmal gesagt: „Mit eisernem Willen werden wir uns auf das gewagteste aller Unterfangen einlassen, der düsteren Zukunft ohne Angst zu begegnen und das Unbekannte zu erobern.‘ Ist die Menschheit dem Untergang geweiht oder werden wir den Zorn der Natur überleben? Werft einen Blick in unsere dunkle Zukunft – und sehr euch unsere Interpretation des „Planet des Affen“ von 1968 an! Eine andere Welt!“

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VOODUS: Open The Otherness (EP)

Der erste Blick aufs Logo lässt einen an VOLTURYON denken, doch “Open the otherness” stammt aus der Feder von VOODUS. Zwei Jahre nach dem Debütalbum “Into the wild” ist die schwedische Truppe zurück und frönt auf der insgesamt dritten EP den Songs in Überlänge. Die Routine der Band spürt man in Produktion und spielerischem Handwerk, von dem her ist das Vorhaben atmosphärischer Black Metal nicht zu hoch angesetzt. 

“Open the otherness” braucht ein paar Anläufe

Bezüglich Produktion und Stil orientieren sich VOODUS an den qualitativ hochstehenden Schweden-Outputs der 90er Jahre. Da darf es dann auch eine Prise Dödsmetall und viel Melodie sein. Rohheit ja, aber nie soviel, dass es zum Gerumpel wird. Reverb auf den Vocals, Schlagzeugtriolen, dazu Riffs und Atmosphäre, die an DAWN erinnern, wenngleich VOODUS die atmosphärische Dichte von DAWN dann doch nicht erreichen. Überhaupt braucht “Open the otherness” ein paar Anläufe, um seine Reize zu entfalten – dann erinnert man sich in den langsamen Passagen durchaus auch an OPHTALAMIA oder an die ganz ganz ruhigen Momente WATAINs. 

VOODUS auf Reisen – der Weg ist das Ziel

VOODUS zu fassen gestaltet sich schwierig. Die Schweden sind auf ihrer eigenen Reise, wo der Gitarrist auch mal mit dem Jammerhaken die Sehnsucht heraussolieren darf. “Open the otherness” ist eine EP jenseits der Strophe-Refrain-Struktur, eine atmosphärische Schwarzmetallwanderung, bei der der Weg das Ziel ist…

Veröffentlichungstermin: 22.06.2020

Spieldauer: 24:24

Label: Shadow Records

Website: https://voodus.bandcamp.com

Line Up
E. Kjonsberg (VORNTH, XUL) – Gitarren
T. Fongelius (Ex-JORMUNDGAND) – Gitarren, Vocals
Desekrator (PAGAN RITES, STORMDEATH, STYGGELSE) – Bass
Marcus Fors (XUL) – Drums

VOODUS: Open The Otherness (EP) Tracklist

1. Open the otherness
2. Pillars of fate

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KARI RUESLåTTEN: Sørgekåpe

Wenige Sängerinnennamen gehören zum Standesvokabular eines gemeinen Schwarzmetallers. Bei KARI RUESLåTTEN wird jedoch auch der finsterste Nieten-Pandapanzerkämpfer hellhörig – schliesslich singt sie auf STORMs legendärem “Nordavind”-Album aus dem Jahr 1995, “begleitet” von zwei Musikern namens Satyr (SATYRICON) und Herr Nagell (DARKTHRONE). Später experimentierte KARI RUESLåTTEN mit THIRD AND THE MORTAL und auf Solopfaden, nah und fern in anderen Genres. “Sørgekåpe” ist nun das insgesamt 12. Solowerk der talentierten Norwegerin, die darauf in transparenter Produktion ihre Stimme in verschiedene Klangwelten wandern lässt.

KARI RUESLåTTEN – eine Charakterstimme für Jahrzehnte

Der Opener “Sørgekåpe” erinnert in seiner melancholischen Art an die wohl grösste Konkurrenz im Jahr 2020 – MYRKURs “Folkesange”. Dass KARI RUESLåTTEN schon fast zwei Jahrzehnte länger in dieser Sparte unterwegs ist, merkt man ihrer Stimme nicht an. Schon in “Sørgekåpe” wird sogleich klar, dass hier nur KARI RUESLåTTEN am Mikro sein kann. Schwer zu glauben, wie ihre Stimme nicht negativ gealtert ist – wer das STORM-Album oder Karis Arbeit mit THIRD AND THE MORTAL kennt, wird sie hier schon nach weniger als einer halben Minute zu 100% korrekt identifizieren.

„Sørgekåpe“ ist nicht “Folk”, sondern “Welt”

Kari bleibt indes nicht beim melancholischen Folk-Vice des Openers. Während der restlichen Spielzeit zeigt sie verschiedene Facetten ihres Könnens, ohne in wirklich experimentelle Gefilde vorzustoßen. Lieber lässt sie eine Atmosphäre à la LOREENA MCKENNITT aufkommen. Neben dem Opener sticht vor allem das abschließende “Storefjell” hervor, da hier ein Elektro-Vibe herrscht, der an einen Elektronika-Remix von THIRD AND THE MORTAL, neuere ULVER-Werke oder “Oxygene” von JEAN-MICHEL JARRE erinnert. Mit ihrem melancholischen Streifzug durch die Musikwelt dürfte KARI RUESLåTTEN nicht nur bisherige Fans bezirzen, sondern auch erfolgreich in MYRKURs Jagdgebieten wildern können…

Veröffentlichungsdatum: 08.05.2020

Spieldauer: 36:00

Label: Spindelsinn

Website: https://karirueslatten.com

Line Up
Kari Rueslåtten: Vocals

Trackliste
1. Sørgekåpe
2. Svever
3. Månen lyser ned
4. Når mørket faller
5. Blind
6. Alt brenner nå
7. Savn
8. Øye for øye
9. Storefjell

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HELLHAMMER: Apocalyptic Raids (Re-Release)

Dass die Metalwelt auch 2020 ein Bedürfnis für die Zürcher Legende HELLHAMMER hat, beweisen die erfolgreichen Konzertauftritte von TRIUMPH OF DEATH – unter anderem auf dem letztjährigen PARTY.SAN. Die vorliegende Wiederveröffentlichung von “Apocalyptic Raids” via BMG orientiert sich an der 1990er-Version von “Apocalyptic Raids 1990”, da sie auch die Tracks “Revelations of Doom” und “Messiah” (ja, die Bandnameninspirationsdichte ist hoch bei HELLHAMMER) enthält. Die nicht-digitale Version klotzt gediegen mit Postern und dürfte bei jedem Sammler das dunkle Herz etwas schneller rumpeln lassen. 

Ursprüngliche Produktion für metallische Urlaute

Trotz dem oftmals gefürchteten Label “remasterd” klingt der vorliegende Re-Release von “Apocalyptic Raids” angenehm ursprünglich. Die Produktion der Black / Death / Thrash-Urlaute wurde nicht geschönt und in der Post-“St. Anger”-Welt ist “Apocalyptic Raids” eben immer wieder eine Wohltat, wenn um einen herum mal wieder zu viel gelarsulricht wird. Die Songs, die Lyrics, die Vocals – HELLHAMMERs animalische Wut und tiefe Dunkelheit hat auch 2020 nichts an Kraft eingebüßt. “Apocalyptic Raids” ist ein historisches Werk, das in jede Metallsammlung gehört – und wer auf Discogs keine horrenden Preise für das Original bezahlen will, bekommt 2020 mit dieser Variante eine adäquate Alternative. 

Veröffentlichungsdatum: 24.04.2020 (digital) und 05.06.2020 (physisch)

Spieldauer: 27:18

Label: BMG

Website/Spotify: https://open.spotify.com/artist/3FrsGZO0uosIs2Vn2TJhQY

Line Up:

Tom. G. Warrior (CELTIC FROST, TRIPTYKON) – Vocals, Gitarren
Marc Eric Ain (R.I.P.) – Bass
Denial Fiend – Drums

HELLHAMMER Apocalyptic Raids – Trackliste

Side A
1. Third of the Storms (Evoked Damnation)
2. Massacra
3. Triumph of Death

Side B
4. Horus / Aggressor
5. Revelations of Doom
6. Messiah

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ATAVISTIA: The Winter Way

ATAVISTIA aus Vancouver, British Columbia, präsentieren mit “The Winter Way” ihr zweites Full Length-Album – drei Jahre nach “One within the sun”. Aus den Albentiteln ergibt sich folgende Quizfrage: Welchen finnischen Bandnamen aus dem extremen Metalbereich kann ich aus Teilen dieser Titel bilden? 

Die Antwort liegt spätestens dann auf der Hand, wenn man sich die ersten Tracks von “The Winter Way” angehört hat – ATAVISTIA sind offensichtlich Fans der finnischen Truppe WINTERSUN. Die Melodien, das MeloDeath-Gegrowle, die Keyboards – der finnische Ruf ist offensichtlich bis in den Westen Kanadas gedrungen und hat dort einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Letzteres kann man von den Songs ATAVISTIAs leider nicht behaupten – sie sind melodiös, ja, es wird sogar keyboardgeflötet (“Eternal Oceans”), dass die Kitschdrüsen Überstunden machen. Aber richtig bleiben will von “The Winter Way” trotz ordentlicher Spielhandwerk irgendwie nichts, nicht einmal ein kühlendes Lüftchen. 

Veröffentlichungstermin: 29.05.2020
Spieldauer: 62:00
Label: Eigenproduktion
Website:  https://atavistia.bandcamp.com

Line Up
Max Sepulveda – Drums
Matt Sippola – Vocals, Gitarren
D`Wayne Murray – Bass
Dalton Meaden – Gitarren

Trackliste
1. From the ancient stones
2. The Atavistic forest
3. Through the hollow ravens eyes
4. Eternal oceans
5. Dawn of the frozen age
6. The forbidden one
7. The winter way

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XIV DARK CENTURIES: Jede Art von Wald hat ihren besonderen Reiz

Seit 1998 frönen XIV DARK CENTURIES dem „heidnischen Thüringer Metal“ – stampfende Schwarzmetallriffs, pagane Melodien und Texte, die sich mit der Geschichts- und Sagenwelt der Thüringer Heimat von XIV DARK CENTURIES befassen. Diese Mischung offerieren XIV DARK CENTURIES auch auf ihrem mittlerweile vierten Album „Waldvolk“. Höchste Zeit, sich bei Sänger Michel virtuell zu melden, um mehr über „Waldvolk“ herauszufinden. 

Erstmal danke für euer neues Album “Waldvolk”, das mir bei Waldspaziergängen manchmal Gesellschaft leistet. Was war im Schaffensprozess für das vierte Album anders als zuvor? 

Das schwierige am Schaffensprozess für die neue Platte war eigentlich, die neuen Lieder, wovon jeweils drei aus verschiedenen Zeitperioden stammten, so zusammenzuführen, dass sie wie aus einem Guss klingen. Da gab es Lieder aus der Zeit mit unseren zwei alten Gitarristen Roman und Richy, dann gab es Lieder von unserem neuen alten Gitarristen Tobalt, die auch schon etwas älter sind, aber so umgearbeitet werden sollten, dass sie zum restlichen Material passen. Und dann gab es drei unserer ewigen Favoriten, die mindestens schon 15 Jahre alt sind, die durch ein neues Arrangement und ein paar zusätzliche Stilmittel zur neuen CD passen sollten.

Durch unsere neuen Schlagzeuger Manu wurden die Songs alle noch mal aus Schlagzeug-Sicht überarbeitet, was die ganze Sache auch nochmal interessanter machte. Und erstmals haben wir bei den Aufnahmen eine Violine in manche Lieder integriert, wodurch teilweise andere Stimmungen kreiert wurden.

Wälder scheinen eine Inspirationsquelle für euch zu sein. Welche Art Wälder magst du am besten und warum? Nadelwälder, Laubwälder, Birkenwälder? 

Da es bei uns in Thüringen relativ viele Mischwälder gibt, können wir gar nicht sagen, ob uns jetzt eine Sorte Wald mehr liegt als die andere. Jede Art von Wald hat ihren besonderen Reiz, je nachdem natürlich auch zu welcher Jahreszeit. Im Winter ist es irgendwie interessanter durch Nadelwald zu gehen, weil da einfach viel mehr zu entdecken ist. Der Schnee lastet auf den Ästen der Bäume und alles sieht irgendwie mystisch und märchenhaft aus. Im Sommer und Herbst hat es einen besonderen Reiz durch Laubwälder zu gehen. Je nachdem, ob die Sonne scheint, ist das Lichtspiel im Laubwald immer sehr interessant

Das stimmt auf jeden Fall. Was bedeutet “Heimat” für dich?

Heimat bedeutet für uns Familie, Brauchtum, Traditionen, Kultur und die Menschen um einen herum, die man am meisten mag. Gerade in der heutigen Zeit muss man sehr darauf achten, dass einem nicht einige der Punkte, die ich oben genannt habe, verloren gehen. Vieles, was unsere Großeltern noch kannten, ist in der heutigen Zeit schon verloren gegangen oder vergessen. Deshalb sollten alte Bräuche und Traditionen gepflegt und geschützt werden. Auch wenn das unsere Politiker heute oftmals nicht mehr so gerne hören…

Bezieht sich das mystische Cover von “Waldvolk” auf einen realen Ort in Thüringen oder auf einen bestimmten Song auf dem Album? Wer hat es gestaltet?

Das Coverbild bezieht sich nicht auf einem realen Ort, eher schon auf ein bestimmtes Lied – Skogafulka. Aber auch das war eher zufällig. Unsere Grafikerin Ute (Digital Visions), die das Cover entworfen hat, hatte er eine sehr interessante Erklärung dazu. 

Der Wald liegt größtenteils verlassen vor uns. Der Weg ist kaum noch begehbar, überhaupt kaum noch sichtbar. Der Hirsch stellt die alten Traditionen dar und in der Ferne sieht man ein ganz schwaches Licht leuchten, welches die Menschen entzünden, die nach dem alten Weg suchen.

Der Wald ist verlassen, die Kultur und die Traditionen vergessen und verblassen. Aber es gibt Hoffnung, die in Form des Lichts am Ende des Weges dargestellt wird, weil einige wenige Menschen wieder versuchen, den alten Weg zu gehen und die Vergangenheit und die Tradition aufleben zu lassen.

XIV DARK CENTURIES sind seit 1998 als Band unterwegs. Welche Dinge aus euren Anfangstagen vermisst du?

Also vor 22 Jahren gab es noch mehr Qualität in der Musik statt wie heute hauptsächlich Quantität. Der Markt ist heute übersättigt und überflutet. Oftmals wird das Plagiat eines Plagiates abgefeiert. Das Erschaffen von Musik ist heute so einfach, man muss nicht mal mehr ein Instrument beherrschen, daraus entstehen Studio-Projekte oder Ein-Mann-Bands, die es so früher nie hätte geben können. Früher war eine CD noch etwas Besonderes, man hat sich auch ein paar Wochen oder Monate damit beschäftigt. Durch das Streaming und Downloaden heutzutage ist alles viel zu schnelllebig geworden.

Etwas weiteres Unschönes ist auch, dass wir als Band damals viel mehr Zeit hatten, uns mit der Musik zu beschäftigen. Wir waren noch nicht so ins Familien- und Arbeitsleben eingebunden wie heute, teilweise waren einige noch Studenten oder in der Ausbildung. Wir saßen oftmals jeden Tag im Proberaum oder im Studio und haben getüftelt und gegrübelt. So etwas gibt es leider heutzutage aus Zeitgründen kaum noch.

Ja, Zeit ist ein rares Gut. “Waldvolk” erscheint anno 2020 als CD DigiPak, wenn ich es recht verstanden habe. Ist das im Zeitalter von SPOTIFY noch ein Medium, das sich die Fans wünschen?

Also im Metalbereich denken wie schon, dass physische Tonträger noch gewünscht werden. Sowohl CDs, als auch jetzt sogar wieder verstärkt Vinyl. Auch deswegen haben wir den Schritt gewagt, dieses Album auch auf Vinyl zu veröffentlichen. Ich habe letzthin ein Interview mit einem Vertriebsleiter aus dem Musik Business gelesen, in welchem gesagt wurde, dass gerade Metalfans sich noch mehr den alten Traditionen verpflichtet fühlen als der Durchschnitts Mainstream Musikhörer, der schon vor drei bis fünf Jahren auf Streaming umgestiegen ist.

Wie hältst du persönlich es mit Tonträgern? Hast du noch immer eine grosse Vinyl- oder/oder CD-Sammlung oder möchtest du alles digital haben?

Natürlich kaufen wir noch physische CDs oder vielleicht ab und zu mal eine Schallplatte. Der Vorteil heutzutage ist eben, man kann sich vorher wenigstens teilweise schon ein Bild des Albums machen, indem man sich bei Amazon oder Bandcamp ein paar Lieder anhört. Daher ist natürlich die Menge der CDs, die man vielleicht pro Jahr kauft, weniger geworden. In meinen CD-Regalen stehen von früher auch einige CD-Leichen, die ich nach zwei oder drei Mal Anhören wieder weggelegt habe, weil sie meinen Erwartungen nicht entsprachen. Aber wie gesagt, durch die Menge an Veröffentlichungen hat man es gar nicht mehr so leicht, alles durchzuhören und so zu entscheiden, was man eigentlich öfter hören möchte. Früher hat man halt oft einfach blind beim neuen Album von zum Beispiel BATHORY zugegriffen.

Unsere Sammlung haben wir natürlich immer noch, aber der Musikkonsum hat sich gegenüber früher verändert. Einen Walkman oder Discman nimmt nun mittlerweile wohl kaum noch jemand für unterwegs mit. Da gibt es mittlerweile schöne kleine MP3 Spieler oder das Handy.
Wir digitalisieren unsere CD-Sammlung teilweise, um sie auf neueren Abspielgeräten zur Verfügung zu haben, denn wir hören natürlich nach wie vor noch gerne unsere alten Helden.

Welches sind deine fünf Lieblingsalben aus deiner Sammlung? 

Das ist jetzt sehr subjektiv, Marley und ich haben mal fünf Alben ausgewählt, die wir beide für sehr, sehr gut halten. Es gibt natürlich viele, viele mehr:

BATHORY – Hammerheart 

SATYRICON – The Shadowthrone

DIMMU BORGIR – Enthrone Darkness Triumphant

NEGURA BUNGET – Om

BATUSHKA – Litourgiya

Zurzeit sind alle Live-Aktivitäten wegen Covid19 eingeschränkt. Welchen Effekt hat(te) die Corona-Krise auf euch als Band?

Die unangenehmste Einschränkung ist natürlich, dass wir uns nicht mehr alle zusammen zum Proben treffen können. Und dass das RAGNARÖK FESTIVAL abgesagt wurde. Wir hatten im Winter ja extra noch Merchandise fertigen lassen, um es bei Live-Konzerten verkaufen zu können. Gerade bei einer neuen Veröffentlichung sind Live-Konzerte natürlich sehr wichtig, um das Album zu bewerben. Keine Live-Konzerte bedeutet auch keine Einnahmen. Im Vorfeld müssen ja einige Sachen vorfinanziert werden, die Plattenlabel bezahlen heute kaum noch etwas im Voraus. Auf diesen Kosten bleiben wir teilweise erst einmal sitzen. Obwohl wir sagen müssen, dass unsere Fans gerade bei der limitierten Holzbox gut vorbestellt haben. Bis auf wenige Exemplare sind die so gut wie weg…

Trotz allen finanziellen Einbußen müssen auch wir ja unseren Proberaum und unsere laufenden Kosten weiterbezahlen. Da geht es uns wie vielen anderen „Gewerbetreibenden“.

Habt ihr trotzdem Konzerte für die Zeit nach Covid19 geplant, um “Waldvolk” zu promoten? Wie sehen eure Zukunftspläne aus?

Aufgrund der Corona Beschränkungen versuchen wir uns derzeit mehr auf das Komponieren von Liedern für das kommende Album zu konzentrieren, welche wir dann übers Internet austauschen, um daran zu arbeiten.

Da größere Veranstaltungen ja gerade bis Ende August abgesagt wurden, denken wir derzeit erst ab September weiter mit Live Konzerten. Wir haben im September ein kleines Festival, auf welchem wir Co-Headliner sind, das EQUINOX RITE. Und danach einige Gigs im Rahmen der EISREGEN Live & Leblos-Tour, bei welcher wir als Support mitspielen werden. Da wir familiär und arbeitsmäßig sehr eingespannt sind, ist es uns leider nicht möglich, die gesamte Tour zu spielen, sondern nur einige ausgesuchte Konzerte. Wenn du Familie hast, kannst du nicht die ganze Woche arbeiten und dann noch für sechs oder sieben Wochenenden am Stück jeweils zwei Konzerte spielen.

Ich hoffe, 2021 wird dann für Live Konzerte wieder ein besseres Jahr. Wir werden da hoffentlich das RAGNARÖK FESTIVAL spielen und auch noch so einige Schmankerl, wovon aber leider bis jetzt noch nichts in trockenen Tüchern ist. Vielleicht klappt es ja mal wieder mit einem oder zwei Konzerten in der Schweiz, wo wir nun schon einige Zeit nicht mehr waren – Angebote sind immer willkommen. 

Danke für das Interview, hiermit grüßen wir auch alle unsere Fans in der Schweiz und hoffen auf ein baldiges Wiedersehen – Michel & Marley von XIV DARK CENTURIES!

Fotos: Einheit Produktionen, (c) Thomas Schulz & Hermann Wunner

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SARKE: neue Platte soll 2021 veröffentlicht werden

Die Black Metal-Band SARKE hat einen Plattenvertrag bei Soulseller Records unterschrieben. Das erste Album auf dem neuen Label soll 2021 veröffentlicht werden.

Zur Besetzung von SARKE gehören aktuell Bassist Sarke (KHOLD & TULUS), Sänger Nocturno Culto (DARKTHRONE) sowie Gitarrist Anders Hunstad und Keyboarder Steinar Gundersen.

 

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HANK VON HELL: „Dead“ – zweites Soloalbum des ex-TURBONEGRO-Sängers

Ex-TURBONEGRO-Sänger HANK VON HELL veröffentlicht am 15. Juni 2020  sein neues Album „Dead“.

Reinhören kan man in die Single „Disco“ bei Spotify, in Kürze soll auch ein Video zu dem Song veröffentlicht werden.

„Dead“ ist das zweites Soloalbum von HANK VAN HELL, er arbeitete füt den Nachfolger von „Egomania“ mit Produzent Tom Dalgety zusammen.

Als Gäste sind beim Song „Radio Shadow“ unter anderem Cone McCaslin und Dave Baksh von SUM  41 zu hören,  „Crown“ ist ein Duett mit THUNDERMOTHER-Sängerin Guernica Mancini. Schauspieler Frankie Loyal („Mayans MC“) führt als Erzähler und als Sprecher aus dem Off durch das Album.

HANK VAN HELL „Dead“ Tracklist

Ad Conteram Incantatores
Dead
Danger Danger!
Blackened Eyes
Disco (Audio bei Spotify)
Crown (feat. Guernica Mancini)
Radio Shadow
Video Et Taceo
Velvet Hell
Forever Animal
Am I Wrong
13 in 1
Requiem for an Emperor

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TRIVIUM: What The Dead Men Say

Gute fünfeinhalb Minuten – mehr Zeit brauchen TRIVIUM nicht, um uns unmissverständlich klar zu machen, dass ihr neues Album keine gemütliche Kaffeefahrt wird. Die Aggression, mit der Bandkopf Matt Heafy in „Amongst The Shadows & The Stones“ über die schnittigen Modern Thrash-Riffs schreit, ist beängstigend, während Drummer Alex Bent (Ex-BRAIN DRILL) mit zahllosen Fills und kreativen Patterns dem Stück einen mächtigen Unterbau verleiht. Dazwischen noch der gewohnt kraftvolle Klargesang sowie ein paar Doppel-Leads Marke IRON MAIDEN und der musikalische Rahmen von „What The Dead Men Say“ ist abgesteckt.

Weitestgehend, denn wie variabel die US-Amerikaner üblicherweise ans Werk gehen, ist kein Geheimnis. Auch im neunten Anlauf macht das Quartett diesbezüglich keine Ausnahme, sondern schafft es tatsächlich die stilistischen Schwerpunkte ihrer verschiedenen Schaffensperioden unter einen Hut zu bekommen. „In Waves“ (2011) findet sich in Momenten ebenso wie „Shogun“ (2008) – und wenn es einen catchy Hit braucht, schütteln TRIVIUM eben „The Defiant“ aus dem Ärmel.

Manchmal verlassen sich TRIVIUM vielleicht zu sehr auf ihre Trademarks

Einzig an große Innovationen traut sich „What The Dead Men Say” nicht heran. „Catastrophist“ und der Titeltrack etwa bieten gewohnt starke Riffs, catchy Arrangements, klasse Soli und tolle Refrains, verlassen sich aber vielleicht zu sehr auf die typischen TRIVIUM-Trademarks plus Alex Bents stets hervorragendes Drumming. Das ist selbstverständlich Klage auf hohem Niveau, wenngleich das Album in manchen Teilen so erwartbar ist wie die – ansonsten gelungene – Powerballade „Bleed Into Me“, die eine herrlich rotzige Bass-Linie durchzieht.

Das sonst vergleichsweise unaufgeregte „Sickness Unto You“ mixt in seiner zweiten Hälfte Thrash mit Metalcore, während sich das Hauptriff des designierten Radio-Hits „Scattering The Ashes“ leicht an SOILWORKs „Witan“ anlehnt, bevor es im hymnischen Refrain aber ein gutes Maß Melancholie einstreut.

„What The Dead Men Say“ ist keine Spazierfahrt

Allein weil TRIVIUM diesen Spagat zwischen Aggression („Bending The Arc To Fear“) und riffbetonten Singalongs („The Ones We Leave Behind“) bis zum Schluss durchziehen, mag sich der Überraschungsfaktor von „What The Dead Men Say“ in Grenzen halten. Gleichzeitig muss ein Nummer-sicher-Album nicht zwingenderweise eine Kaffeefahrt sein. Das haben uns die vier Musiker zunächst innerhalb von fünfeinhalb Minuten aufgezeigt und dann auf Albumlänge bestätigt.

Veröffentlichungstermin: 24.4.2020

Spielzeit: 46:27

Line-Up:

Matt Heafy – Vocals, Guitars
Corey Beaulieu – Guitars, Backing Vocals
Paolo Gregoletto – Bass, Backing Vocals
Alex Bent – Drums, Percussion

Produziert von Josh Wilbur

Label: Roadrunner Records

Homepage: https://www.trivium.org/
Facebook: https://www.facebook.com/Trivium/

TRIVIUM “What The Dead Men Say” Tracklist

01. IX
02. What The Dead Men Say (Video bei YouTube)
03. Catastrophist (Video bei YouTube)
04. Amongst The Shadows & The Stones (Audio bei YouTube)
05. Bleed Into Me (Video bei YouTube)
06. The Defiant
07. Sickness Unto You
08. Scattering The Ashes
09. Bending The Arc To Fear
10. The Ones We Leave Behind